Buch-Gespräch mit Barbara Yelin: Zeugenschaft und Kunst. Vom Über- und Weiterleben Emmie Arbels

Mit ihrer Graphic Novel "Emmie Arbel. Die Farbe der Erinnerung" schafft Barbara Yelin auf der Basis persönlicher Begegnungen und zahlreicher intensiver Gespräche mit Emmie Arbel eindringliche Erinnerungsliteratur, die zugleich eine Reflexion über das Erinnern selbst ist.
Geboren 1937 in Den Haag, wird Emmie Arbel mit ihrer jüdischen Familie 1942 von den Nationalsozialisten deportiert. Sie überlebt als Kind die Konzentrationslager Ravensbrück und Bergen-Belsen. Als der Krieg vorbei ist, ist sie acht Jahre alt. Ihre Brüder haben überlebt, ihre Eltern und Großeltern sind im Holocaust ermordet worden.
Die vermeintliche Rettung durch eine niederländische Pflegefamilie stellt sich als neuer Leidensweg für das traumatisierte Kind heraus. 1949 wandert die Familie nach Israel aus. Emmie Arbel lebt heute nahe Haifa. Immer wieder reist sie nach Deutschland, um als Zeitzeugin zu sprechen. Ihre Kindheit und Jugend waren geprägt von Gewalt, Missbrauch, Sprachlosigkeit und Einsamkeit. Sie blickt aber auch zurück auf ein Leben voller Rebellion, Selbstermächtigung und Humor.
2023 erschien die Lebensgeschichte von Emmie Arbel unter dem Titel "Emmie Arbel. Die Farbe der Erinnerung" (Reprodukt Verlag). Im Gespräch stellt die Künstlerin ihre Graphic Novel vor und erzählt von ihrer Zusammenarbeit mit der Zeitzeugin.
Barbara Yelin zählt zu den bekanntesten deutschen Comic-Künstler*innen. Geboren 1977 in München, studierte sie Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. International bekannt wurde sie mir ihrer mehrfach prämierten Graphic Novel "Irmina" (Reprodukt Verlag 2014).
Weitere Arbeiten erschienen u. a. in der Anthologie "Nächstes Jahr in" (Ventil Verlag 2021) sowie in der Graphic-Novel-Sammlung "Aber ich lebe: Vier Kinder überleben den Holocaust" (C.H. Beck 2022).
Barbara Yelin erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Kunstförderpreis für Literatur (2015) und den renommierten Max-und-Moritz-Preis als beste deutschsprachige Comic-Künstlerin (2016). Zuletzt wurde sie 2024 mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher ausgezeichnet.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek mit dem Fritz Bauer Institut und dem Historischen Museum Frankfurt.
Veranstaltungsort: Vortragssaal, Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt am Main
Kosten: Eintritt frei.
Dauer: 90 Minuten
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